Filmcheck

So, in den letzten Wochen dreimal im Kino gewesen – und dreimal richtig Glück gehabt:

Casino Royal: Der neue Bond ist das Beste, was dieser Serie passieren konnte. Er blutet, er schwitzt, er ist brutaler, härter und ernsthafter und er hat _endlich_ sowas wie Ecken und Kannten. Und vor allem ist ihm das Erfüllen seiner Mission deutlich wichtiger als die Frage, ob er seinen scheiß Martini geschüttelt oder gerührt trinken will. Daniel Craig war absolut die richtige Wahl für den neuen Bond; keiner könnte diese Filmfigur besser spielen als er. Casino Royal ist ein spannender, spektakulärer und unterhaltsamer Action-Thriller, der vor allem aber – und das ist eigentlich das einzige, was der Film zu leisten hatte – Lust auf mehr macht. Mission erfüllt.

Prestige: Der neue Film von Christopher Nolan, welcher mit Memento und Batman Begins meiner Meinung nach zwei der besten Filme des angebrochenen Jahrtausends auf die Beine gestellt hat. In seinem neuesten Werk geht es um zwei Zauberer, die sich bis aufs Blut rivalisieren – und damit endet diese Inhaltsangabe auch schon, denn noch mehr von der Geschichte zu verraten wäre in etwa so fatal wie ein Zauberer, der seine Tricks verrät. Am besten ist es völlig unwissend in den Film zu gehen und sich einfach überraschen zu lassen. Aber ich kann ja zumindest noch etwas dazu sagen, WIE Nolan die Geschichte erzählt – und das tut er wie immer grandios. Wieder erzählt er sie nicht chronologisch, sondern arbeitet geschickt mit Zeitsprüngen. Wieder sind die Dialoge gewitzt und intelligent. Wieder sind die Charaktere hervorragend ausgearbeitet. Und wieder erschafft er eine Welt, die so glaubwürdig und echt ist, wie es nur geht. Da stört es auch gar nicht so sehr, dass die Story mich am Ende nicht zu 100% überzeugen konnte. Nolan kann eben auch aus S…ilber problemlos Gold machen.

Departed: Yeah, was für eine geile Polizei-Mafia-Thriller-Achterbahn! Auf der einen Seite haben wir einen Cop, der als Spitzel bei der Mafia eingeschleust wird. Und auf der anderen Seite haben wir einen Mafiosi, der als Spitzel bei den Cops eingeschleust wird. Soweit alles klar? Gut, denn sowohl den Mafiosi als auch den Polizisten wird das ebenfalls recht schnell klar: Beide wissen, dass sie einen Maulwurf unter sich haben – sie müssen nur noch herausfinden, wer das ist. Und so versuchen die zwei Spitzel sich dann halt gegenseitig auf die Schliche zu kommen, woraus sich ein einziges Schachspiel zwischen den Beiden entwickelt – schon der kleinste Fehler kann zu viel sein. Immer wieder geraten die Beiden in völlig abgefahrene Situationen, immer wieder denkt man sich „jetzt hat er ihn!“ – und dann hat er ihn doch nicht. HOCHspannend und nicht eine Sekunde langweilig. Ansehen! Unbedingt!

Und dann hab ich mir noch drei DVD’s ausgeliehen… und dreimal voll ins Klo gegriffen:

Tierisch Wild: Langweilig und von der Gagdichte her deutlich unter Madagscar/AbDurchDieHecke-Niveau (die ich beide schon nicht so toll fand). Vielleicht sollte ich auch einfach aufhören mir jeden noch so unwichtigen Animationsfilm anzusehen…

Das Mädchen aus dem Wasser: Eigentlich bin ich ja ein Shyamalan-Vefechter, weil der Typ ein unheimliches Talent dafür hat, selbst die dämlichste Story packend und atmosphärisch zu erzählen. Aber was er sich mit diesem Film gedacht hat, will mir ums Verrecken nicht in den Kopf. Ich hab ihn nach 30 Minuten ausschalten müssen, weil mir der Streifen schlicht zu langweilig wurde. Er ist nicht spannend, nicht mysteriös, nicht witzig, nicht Fisch, nicht Fleisch, nicht Gemüse und auch nicht sonst irgendetwas. Er ist einfach nur völlig belangloser Quatsch.

Der ewige Gärtner: Den habe ich natürlich nicht nach 30 Minuten ausgeschaltet – den hab ich schon nach 10 Minuten ausgeschaltet. Selten so eine staubtrockene Hausfrauen-Inszenierung erlebt; ich hatte schon Biologie-Schulstunden, die spannender und aufregender waren als dieser Bockmist. Realismus in Filmen ist ja immer gut, aber wer es SO realistisch haben will, kann eigentlich auch gleich vor die Tür gehen. Memo an mich selbst: Nie wieder Filme ausleihen, über die ich mich zuvor nicht ausreichend informiert habe – und wenn sie noch so gut bewertet wurden.

Ein Freund hat mich übrigens heute gefragt, ob es für mich keine Geldverschwendung wäre, Filme auszuleihen und diese dann einfach nicht zu Ende zu gucken. Aber hey, was ist besser: Geldverschwendung oder Geld- UND Zeitverschwendung? Eben. Es könnte zwar sein, dass die Filme nach dem langweiligen Anfang noch besser werden, aber daran glaube ich ehrlich gesagt nicht. Wenn man nur einen Ast anstatt den ganzen Baum sieht, dann ist es trotzdem das gleiche Holz. Oder so.

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