Rüder Umgangston

Oktober 29, 2006

In meiner Schule herrscht ja allgemein ein nicht allzu hohes Niveau. Okay, das ist allen bekannt. Zumindest den Leuten, denen ich gelegentlich davon erzähle; die Schüler selber wissen es vermutlich nicht, denn man bemerkt ja auch nicht, dass andere Knoblauch gefressen haben, wenn man selber danach stinkt. Aber darum geht es hier auch gar nicht. Es geht viel mehr darum, dass einige meiner Mitschüler sich gegenseitig einfach mal so als „Arschloch“ oder Ähnliches bezeichnen. Das tun sie vermutlich nicht aus Boshaftigkeit, sondern um ihre Zuneigung oder was weiß denn ich zu zeigen. Egal, denn auch darum geht es hier nicht. Es geht viel mehr darum, dass ich fast jedes Mal lachen muss, wenn das geschieht. Ihr glaubt, ich habe einen primitiven Humor? Nein, da verwechselt ihr mich mit jemand Anderem. Was an der Bezeichnung „Arschloch“ in diesem Kontext so lustig ist, lässt sich nämlich ganz einfach an einem Mario Barth-Beispiel erklären.

Von dem gab es nämlich mal einen Comedy-Auftritt, bei dem er sich über die Gewohnheiten der Frauen beim Shoppen lustig machte. Da ging es unter Anderem darum, dass Frauen an allem zweifeln, was sie anprobieren. Sieht mein Hintern darin zu fett aus? Zeigt das Oberteil zu viel Dekoltee? Passen meine Schuhe überhaupt zu dem Kleid? Und so weiter und so fort. Wer nun nie mit seiner Freundin einkaufen geht, den hat dieser Auftritt vermutlich ziemlich gelangweilt. Doch jeder, der diese “Kauf-Gewohnheiten“ schon einmal live erlebt hatte, musste bei den Ausführungen von Mario Barth unweigerlich anfangen kopfnickend zu lachen.

Und genau deshalb ist es auch so lustig, wenn jemand in meiner Schule einen seiner Mitschüler als „Arschloch“ bezeichnet - weil einem in 80% der Fälle nichts anderes übrig bleibt, als ihm zuzustimmen.


Hitman: Blood Money

Oktober 4, 2006

Quizfrage! Welches Spiel passt nicht in die Reihe:

Metal Gear Solid, Splinter Cell, Tenchu oder Hitman?

Antwort: Hitman. Warum? Es ist kein Schleichspiel.

Ok, das war provokant (nein, eigentlich war es das nicht, denn meine einzigen Leser sind jetsetradio und Eccoman; und während der eine eigentlich genau meiner Meinung ist, interessiert den anderen das Spiel vermutlich einen Scheißdreck). Wo war ich stehen geblieben? Genau. Ich wollte erklären, warum Hitman kein Schleichspiel ist, also zumindest keines im eigentlichen Sinne.

Beginnen wir mit Beweisstück 1: Egal ob Tenchu, MGS oder Splinter Cell – in allen Schleichspielen gilt es, die Positionen und Laufwege der Gegner zu analysieren, um sich anschließend ungesehen an ihnen vorbeizuschleichen. In Hitman nicht. Hier muss man nur herausfinden, mit welcher Verkleidung man in den jeweiligen Zielort eindringen kann und sich daraufhin eben diese beschaffen. Wo Splinter Cell & Co zur einen Hälfte aus Taktik und zur anderen aus Geschicklichkeit bestehen, da ist Hitman NUR Rätsel.

Beweisstück 2: Jeder Level in den “richtigen” Schleichspiel ist in einzelne Abschnitte bzw. Spielsituationen unterteilt, die man (von ihrer Reihenfolge mal abgesehen) unabhängig von einander spielt, frei nach dem Motto: Jeder Abschnitt ein neues Spiel. In Hitman nicht – in Hitman IST der Level der Abschnitt. Hier ist es nicht nur von Relevanz, WAS ich tue, sondern auch in welcher Reihenfolge ich es tue, weil in einem Hitman-Level alles irgendwo voneinander abhängig ist.

Beispiele, Heffer, Beispiele! Jaja, geschissen, ich hab jetzt keinen Bock, die Konsole nochmal anzuschalten.

Jedenfalls sagte jetsetradio mal -zusammenfassend- Hitman folge einem “der-Level-ist-das-Rätsel”-Prinzip. Und genau das ist der Punkt: Hitman ist schlicht ein Sokoban, das zur Auftragskillersim gepimpt wurde. Natürlich ein Sokoban mit wesentlichen Unterschieden zum Original  wie z.b. dem, dass in Hitman alles und jeder in Bewegung ist, aber im Herzen eben immer noch ein Sokoban.

Und genau deswegen kann das Spiel auch nie, NIEMALS funktionieren! Und wenn sich die Designer noch so viel Mühe bei der Umsetzung geben, Hitman wird _immer_ eine Try&Error-Orgie bleiben! Schließlich lässt sich eine Sokoban-Stage auch nur beim ersten Versuch lösen, weil man dort den GESAMTEN Level im Überblick hat – und die Karte in Hitman ist da kein Ersatz, da einem immer noch entscheidende Informationen über den Level fehlen. Hitman spielt sich also quasi wie ein Sokoban in 3D: Um wirklich alles vom Level zu Gesicht zu bekommen, muss man zwangsläufig erstmal einige Kisten verschieben und landet somit früher oder später in einer Sackgasse.

Ach ja: Mit “Sackgasse” ist dabei natürlich nur gemeint, dass man den Level nicht mehr mit einem guten Ranking abschließen kann. Das Spiel lässt einem natürlich immer noch die Möglichkeit sich einfach durchzuballern, wenn man entdeckt wurde, was allerdings nur zeigt wie wenig Vertrauen die Designer in ihr eigenes Konzept hatten.

Wollt ich nur mal so sagen…

Ach ja zum Zweiten: Dieser Beitrag bezieht sich natürlich auf die Hitman-Serie im Allgemeinen und nicht speziell auf Hitman: Blood Money. Die irreführende Überschrift steht da nur, weil ich ursprünglich noch etwas über ein bestimmtes Feature in Blood Money schreiben wollte, wozu ich jetzt aber zu faul bin. Und statt den Titel von diesem Posting  zu ändern, verschwende ich eure kostbare Zeit lieber, indem ich euch diesen Absatz lesen lasse. Haha!